Biedensandschule Lampertheim
Biedensandschule Lampertheim

Presseartikel zu unserem Projekt "Faustlos"

Vom Umgang mit Ärger und Wut

Von unserer Mitarbeiterin Bärbel Jakob



Lehrerin Sandra Schwarz mit einer dritten Klasse vor Plakaten des "Faustlos"-Projekts. Foto: AfP Asel

Lampertheim. Beim Projekt "Faustlos" lernen die Teilnehmer nicht, wie sie bei Prügeleien die beiden Streithähne am besten trennen. Es ist vielmehr ein Präventionsprogramm, das verhindern soll, dass es überhaupt so weit kommt. Seit rund zehn Monaten ist es auch an der Lampertheimer Biedensandschule Bestandteil der pädagogischen Arbeit.

Projektleiter Tobias Tremper zog jetzt eine erste, durchaus positive Bilanz. Als Grundlage diente dazu das amerikanische Konzept Second Step, das Professor Dr. Manfred Cierpka vom Heidelberger Universitätsklinikum für deutsche Kindergärten und Grundschulen weiterentwickelt hatte.

 

Empathie empfinden

Rund 40 Biedensandschüler von der ersten bis zur fünften Klasse lernen dadurch nun Fähigkeiten wie Empathie, das Sichhineinfühlen in andere Menschen, Impulskontrolle sowie Umgang mit Ärger und Wut. Mit Hilfe von Fotos bestimmter Situationen werden die Kinder an ein Thema herangeführt. Gemeinsam wird mit ihnen erarbeitet, was da gerade passiert und was die Beteiligten wohl empfinden. Das Heidelberger Präventionszentrum begleitet das Projekt "Faustlos" auch wissenschaftlich und führt dazu Fortbildungen durch.

Neben der Gewaltprävention werden auch allgemeine soziale Verhaltensregeln erlernt, die heute in vielen Familien nicht mehr selbstverständlich praktiziert werden. Die Kinder erfahren etwa, wie sie eine Gesprächspause nutzen, um jemanden höflich zu unterbrechen, anstatt ihm einfach ins Wort zu fallen, erläutert Tremper. Weiter werde gezeigt, wie man Kritik als Ich-Botschaft netter und weniger verletzend formuliert. Auch das Miteinander-Teilen müsse oft erst erlernt werden. Durch eine bestimmte Körpersprache könne man jemandem zu verstehen geben kann, dass man jetzt nicht gestört werden wolle, etwa weil man gerade Hausaufgaben mache. Den Erfolg eines solchen Projektes könne man nicht anhand bestimmter Statistiken belegen, erklärt Tremper, sondern nur an einer allmählichen Änderung bestimmter Verhaltensmuster. Ein Prozess, der sich über Jahre hinziehen könne. Doch er habe festgestellt, dass sich die Kinder jede Woche auf ihre Stunde "Faustlos" freuten.

Beim Fußballkicker, dessen Nutzung oft mit Streit einhergehe, weil jeder gleichzeitig damit spielen wolle, erkundigte sich kürzlich ein Junge in ruhigem Ton, ob er auch mitmachen dürfe. Und die anderen Kinder erklärten ihm ebenso höflich, dass es im Moment zwar nicht passe, er aber etwas später einsteigen könne. Für Projektleiter Tobias Tremper ein kleiner, aber dennoch denkwürdiger Fortschritt, wie er gestern erfreut berichtete.

© Südhessen Morgen, Freitag, 01.06.2012



Quelle:

http://www.lampertheimer-zeitung.de/region/lampertheim/12035021.htm

Schlagkräftig - auch ohne Fäuste

01.06.2012 - LAMPERTHEIM

Von Simon Michaelis


GEWALTPRÄVENTION Projekt an der Biedensandschule trägt erste Früchte

Jeder kennt es: Man ärgert sich maßlos, Wut staut sich an, und wächst und wächst und wächst. Am liebsten würde man explodieren und mit der Faust auf den Tisch - oder anderswo hin - schlagen. Erwachsene schlagen in der Regel nicht gleich zu. Aber: Wie gehen Kinder mit solchen Situationen um?

In der Biedensandschule geht es seit vergangenem Herbst genau um dieses Thema. Mit dem Projekt „Faustlos“ soll den Kindern der Förderschule dabei geholfen werden, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. „Die Schüler sollen lernen, angemessen und gewaltfrei mit Wut und Ärger umzugehen“, erklärt Projektleiter und Lehrer Tobias Tremper. Einmal pro Woche sitzt er - oder eine Kollegin - für 45 Minuten mit den Unterstufenschülern zusammen und integriert die einzelnen Lektionen des Antigewaltprogramms in den Unterrichtsalltag. Tremper arbeitet viel mit Bildern. „Wir besprechen Fallbeispiele und erproben in Rollenspielen die kleinen Handlungsalternativen zu verbaler oder körperlicher Gewalt“, berichtet er. Vielen Schülern falle das oft gar nicht so leicht, sie müssen die eigenen Gefühle „an sich herankommen lassen“. Verständnisvolles Eingehen auf den Mitschüler halten manche Kinder außerdem für „uncool“. Tremper: „Sicher ist, dass auch problematische Kinder eigentlich lieb sein möchten. Wir stellen ihnen dazu das notwendige Handwerkszeug zur Verfügung.“ Um den Schülern das Hineinschlüpfen in die Rollen zu erleichten, streifen sie „Faustlos“-T-Shirts über. Diese haben sie sogar selbst bemalt und gestaltet.

Ziel des Projekts ist es, der zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Schülern entgegenzuwirken und fehlende, wichtige soziale Kompetenzen sollen vermittelt werden. Doch trägt „Faustlos“ auch schon die ersten Früchte? Hat sich seit Herbst an der Schule etwas verändert? Tremper: „Vor kurzem standen die Schüler am Tischkicker und einer wollte noch mitspielen. Früher hätte es Streit gegeben. Jetzt haben sie einfach miteinander geredet und sich abgewechselt.“ Angriffe würden oft nicht mehr gewalttätig abgewehrt, sondern es fallen selbstbewusste Sätze wie „Ich möchte nicht, dass Du mich anfasst“. Das seien erste wichtige Schritte in ein friedlicheres Miteinander.

Quelle:

http://www.morgenweb.de/region/sudhessen-morgen/lampertheim/vom-umgang-mit-arger-und-wut-1.595231 

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